Ein Rock für den Krieg

Wie bewirbt man einen Männerrock? Es ist wichtig, sich von eventueller Homosexualität abzugrenzen (warum, weiß ich nicht) und eine Vermischung mit Transsexuellen soll vermieden werden. So bleibt anscheinend nur das Image strotzender Männlichkeit, die den Rock notwendig macht, weil die dicken Eier unter der Hose keinen Platz haben. Der Rock als Zaubertrank, in dem man wie einst Obelix Römer Konkurrenten vermöbeln kann. Man gewinnt darin auch sicher jeden Krieg. Das suggeriert zumindest Utilikilts aus den USA.

(Link: Utilikilts/YouTube)

Man könnte natürlich auch mit dem Tragegefühl und dem damit verbundenen Wolbefinden werben. Aber das ist wohl zu langweilig.

Twitter-Rückblick August 2010

Seid froh, daß ich keinen Bürojob habe. Ich würde wesentlich mehr Tweets faven, wie man das heute so nennt. Die Ladezeit dieser Seite bzw. dieses Artikels würde wesentlich länger dauern. So bleiben zehn bescheidene, dennoch lesenswerte Hundertvierzigzeiler übrig.
Daß München und Stuttgart eine größere Rolle spielen, ist reiner Zufall. Ich kann auch nichts dafür, daß man #S21 mit Stoibers nicht gebautem Transrapid vergleicht. Als Naturwellenträger kann ich auch nichts für Haarspray. Dennoch freue ich mich, daß die Bundesliga wieder begonnen hat.

Beginnen wir ganz banal:

München ist eine sehr umstrittene Stadt, nicht nur bei den Einheimischen:

Dennoch ist diese Stadt liebenswert, nicht nur am 1. Spieltag der neuen Bundesligasaison:

Und: München ist nicht Stuttgart!

Machen wir uns nix vor: Weihnachten steht vor der Tür. Wer noch keine Geschenke hat, ist selber schuld.
Ohne das Bild ist dieser Tweet natürlich nur halb so originell: *klick*

Das geht natürlich gar nicht! Lilijana und Lothar schon, aber das nicht:

Und die Ausbeutung darf auch nicht übersehen werden!

Ich bedanke mich bei @TantePolly, @bosch (Website), @totaleve (Website), @meiapopeia (Website, @Trudes_Welt, @klatschrose, @amokherzchen, @inschka, @chrizbbg (Website) und @BrandenBlog (Website) für Amusement in dem gefühlten R-Monat.

Wer Twitter etwas gehaltvoller aufbereitetet wissen will, den verweise ich auf Twitkrit. Dort wird ein einzelner Tweet etwas ausführlicher aufgearbeitet. Lesenswert.

Zieht Euch warm an!

Moosach.

Geistig habe ich die Grenzen des Mittleren Rings nie überschritten. An die ersten vier Lebensjahre in Gronsdorf habe ich keine Erinnerungen mehr, meine anderthalbjährige Heimstatt in Fürstenried liegt auch schon 15 Jahre zurück. Mein Leben findet in Haidhausen und Neuhausen statt. Um diesen Spagat zu bewältigen, muss ich nur die Isar unterqueren. Davor lebte ich 18 Jahre in Schwabing, eines in der Maxvorstadt. Nur unbeabsichtigte Notwendigkeiten treiben mich in die Provinz entferntere Stadtbezirke.


Moosach beginnt zwar schon mehr oder weniger unmittelbar hinter dem Wintrichring, aber wie weit dieses für mich eigentlich unbekannte Viertel geht, war mir nicht klar, als ich einen Ausflug in die Nähe des Rangierbahnhofs planen musste. Anus mundi.
Als Reisender mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie ich es bin, hat man während der Umsteigezeiten genügend Zeit, die nächste Umgebung zu erkunden. Auch der abschließende Fußmarsch zum Ziel lädt ein, ein wenig innezuhalten und die unbekannte Gegend auf sich wirken zu lassen. Dem Anlass entsprechend zeigte sich der Sommer von seiner allseits beklagten Seite.
Der Weg für mich über einen monströsen Neubau am Bahnhof (ich vermutete die Bautätigkeit eher im Untergrund), viele schöne Reihenhäuschen umrahmt von Resten der Industrialisierung des 20. Jahrhunderts – um dann vollkommen unvermittelt im Grünen zu landen, wo ich die laute Max-Born-Straße und den Rangierbahnhof erwartet hatte.

Es war meine kaputte Kamera, die mich ans Ende der Stadt zwang. Die idyllisch gelegene FotoWerkstatt GIMA, die übrigens schnell und günstig arbeiten, war das Zielt der Exkursion, für die man locker einen Nachmittag einplanen kannwenn man außerhalb Moosachs wohnt.

Die Schwarz-Weiß-Bilder, die duch Anklicken größer werden, sind mit dem iPhone entstanden, das Ende letzter Woche seinen Geist aufgegeben hat. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Die Kann-aber-darf-nicht-Niederlage

BL 10/11 #02: 1. FC Kaiserslautern – FCB 2:0

Jetzt schreibe ich doch über dieses Spiel, von dem ich nichts gesehen habe.
Ich habe die 2. Halbzeit im Radio und auf Twitter verfolgt – der Schichtdienst hat auch seine Vorteile, die sich auf diese subtile Art und Weise äußern. Der Ärger bleibt der gleiche. Denn es gibt kaum eine Niederlage, die ungesehen so wurmt, wie die gegen Kaiserslautern, den der geschätzte Zechbauer als “Lieblingsfeind” bezeichnet. Zu recht.
Die Rivalität mag nach vier Zweitligajahren zwischen zwei zwei WM-Turnieren abgenommen haben, aber so ein Spiel hat die Qualität eines Derbys gegen den Giesinger Nachbarverein. Daß mit dem Trainer Marco Kurz ein ehemaliger Giesinger auf der gegenerischen Bank hockt, ist anscheinend ein übersehenes Detail. Der versteht es auch noch seine Mannschaften gegen uns hervorragend einzustellen, wie man beim letzten Pflichtspiel sehen konnte. Man kann gegen diese Mannschaft verlieren, aber man darf es nicht. So einfach und wohl auch so schwer ist das. Dann lieber ein Hackentrick zum 1:5 von Grafite gegen den Werksclub aus der selbsternannten Autostadt.

Kurze Vorbereitung?
Geschenkt. In der Pfalz hat man angeblich 15 neue Spieler verpflichtet, um einen Sieg gegen Bayern feiern die Liga halten zu können. Wir mussten nur Toni Kroos integrieren, der aber auch nur eingewechselt wurde. Die Taktik “Wir haben ein Feindbild” kann auch eine neu zusammen gestellte Mannschaft zum Erfolg führen…

Aber vielleicht war diese Niederlage auch nur Taktik. Wir rufen nicht alles ab, lassen die Pfälzer gewinnen, in dem Glauben, daß sie ein halbes Jahr feiern und weinselig (die diesjährigen Trikots sind ja weinrot…) einn paar Monate später wieder absteigen. Dann hätten die Mannschaft um Mark van Bommel alles richtig gemacht. Aber mir fehlt der Glaube daran…
Deshalb überwiegt derzeit der Ärger über diese Niederlage vor der zweiwöchigen Länderspielpause. Es ist nicht unsere Aufgabe, den Weinkonsum in der Pfalz anzukurbeln. Frustsaufen ist mir bei so einem Spiel der sympathischere Konjunkturfaktor.

Nach dem Frühdienst


Wenn der Frühdienst vorbei ist, werde ich mich zurücklehnen. Nicht in Konstanz und wohl auch nicht in der Sonne.
Sei’s drum.

Das stinkende Loch als Symbol

Meine ersten Supermarkterinnerungen liegen Jahre zurück. Es war die Zeit, als an der Obst- und Gemüsetheke eine mehr opder weniger freundliche Dame stand, die die Früchte in Papiertüten füllte, sie abwog und den Preis auf die Tüte schrieb. Wollte man Leergut zurückgeben, musste man an dem unfreundlich wirkenden Tor neben der Frischetheke klingeln und einige Zeit warten, bis sich ein Auszubildender und oder Student seiner leeren Flaschen annahm.

Bildausschnitt: FaceMePLS/Flickr)

Heute wird man, nachdem man lange an der Kasse stand, zusammengeschissen, weil man sein Obst nicht abgewogen hat. Das ist doch nicht so schwer. Ja, vor allem, wenn die orange Paprika auf der symbolreichen Waage nicht zu finden ist. Das sind die Discounter mit ihrem in Plastik verpackten Biowaren natürlich praktischer.

Wirklich schlimm sind aber die Pfandrückgabeautomaten. Wenn sie funktionieren, dann sporadisch. Ist man endlich an der Reihe, um sein Sammelsurium aus Sahneflaschen, Joghurtgläsern und Plastikflaschen im Schlund dieser Ungetümer unterzubringen, sind viel Geduld und eine verstopfte Nase notwendig.
Plastikflaschen werden nach dem ersten Versuch grundsätzlich wieder ausgespuckt. Die Fehlermeldungen sind dabei sehr kreativ. Entweder ist das Gebinde zerrissen, oder die Flasche ist defekt, oder – sehr allgmein und endgültig – die Flasche gehört nicht zum Sortiment. Das scheint sich zur Strategie entwickelt zu haben, denn inzwischen steht neben jedem dieser Maschinen ein großer Abfalleimer, in dem man das nicht angenommene Leergut hinterlassen kann.
Man verbringt einige Zeit vor den Geräten, die nicht nur nicht alles annhemen, sondern auch bestialisch stinken und fürchterlich kleben. 17 verschiedene Biersorten, Säfte, Michprodukte und braune Brausen – der üble Geruch lässt einen zwei große Schritte zurücktreten. Mit dem langem Arm versucht man das Loch zu treffen, um ja nicht mit der unmittelbaren, vollgesabberten Umgebung in Berührung zu kommen.
Hinterher habe ich immer das dringende Bedürfnis, mir die Hände zu waschen.
Diese Auomaten sind eine eine Erniedrigung und Symbol einer Servicewüste, für die man als Dank den Liter H-Milch für 39 Cent bekommt.

Als ich letztens beim Warten in der Rückgabeschlange gesehen habe, wie eine Angestellte mit ihren Straßenschuhen auf das Kühlregal gestiegen ist, um Gnocchi einzuräumen, habe ich beschlossen, den Pfandbon umgehend an der Kasse gegen Bargeld einzulösen. Dafür habe ich weitere zehn Minuten gewartet.

Noch dreieinhalb Wochen…

Liebe und Haas

Martin Demichelis hat unmittelbar vor dem ersten richtigen Saisonspiel für einigen Wirbel gesorgt. Der Sitzplatz auf der Tribüne erschien ihm angemessener als der auf der Bank. Das kann man sich erlauben, wenn man verletzt, rekonvaleszent, eine überragendere WM als Thomas Müller gespielt hat oder Liebling des Trainer ist. Nichts von alle dem kann Micho auf sich vereinen. Mehmet Scholl fiel zu ihm nicht viel ein, außer der neuen Frisur: “Ein schönes Gesicht braucht Platz.” Auf der Triibüne wurde es zumindest nicht standesgemäß gewürdigt. Scholl, nach seiner freiwilligen Demission als ehemaliger Trainer der II. Manschaft inzwischen ex officio und sonst um klare Worte nicht verlegen, schwieg zu dem Thema. Mark van Bommel bemerkte nach dem Spiel vielsagend, mit ihm wieder einmal intensiv reden zu wollen; er wirkte genervt. Louis van Gaal sprach von “ein bisschen Gewöhnung” an die neue Situation. Der gelassene Eindruck des Trainers sollte aber auch für Demichelis ein Warnsignal gewesen sein.
Was am Freitag als erneuter Sturm im argentinischen Wasserglas interpretiert wurde und am Wochenende im Reagenzglas der Medien entsprechend aufgearbeitet wurde, hat Bastian Schweinsteiger im gestrigen “Blickpunkt Sport” eindeutig konkretisiert:

Wenn einer unbedingt weggehen möchte, sollte man gehen ihn lassen.

Rückhalt in der Mannschaft, die sich letzte Saison nicht durch Zwist und Zerstrittenheit hervorgetan hat, sondern nach einer schwierigen Phase zueinander gefunden hat, sieht anders aus. Schweinsteiger, ganz Kapitän, hat sehr eindeutig Position bezogen, die er in der Sendung auf die Frage nach Maximilian Haas mit dem Vertrauen in Gerlands Nachwuchs bekräftigte.
Schweinsteiger mag damit seinem langjährigen Mannschaftskameraden in den Rücken gefallen sein. Der Mannschaft hat er indes einen Gefallen getan. In seinen sieben Jahren hat Demichelis nur ein Jahr konstant herausragende Leistungen gezeigt. Und diese Spielzeit liegt auch schon zwei Jahre zurück. Stefan Rommel von Spox hat sicher recht wenn er festestellt, daß Demichelis “im Ausland einen sehr guten Ruf” “und es gute Innenverteidiger nicht im Überangebot” gebe. Der Nachweis Demichelis’ war indes dürftig und hält folglich dieser Argumentation nicht stand.
Wahrscheinlich wird Demichelis bei Atletico Madrid oder wo auch immer der herausragende Innenverteidiger, nach dem sich die Bundesliga die Finger schleckt. Beim FC Bayern bliebe man bei siner fortwährenden seiner Anwesenheit sehr durstig..
So ist ein unter Umständen dilettierender Spieler der II. Mannschaft im ersten Profijahr leichter zu vermitteln als ein hoch dekorierter Spieler, dem man zwar ein unheimliches, aber eigentlich nie abgerufenes Potential nachsagt.

Demichelis’ neuerliches Kaprizieren ist das letzte Argument, ihn zu verkaufen.

Schlechter Schocker

768. Tatort: Hauch des Todes (SWR; EA: 22.08.2010)

Ermittler: Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), Mario Kopper (Andreas Hoppe), Peter Becker (Peter Espeloer), Edith Keller (Annalena Schmidt), Gerichtsmedizinerin Sonja Römer (Brigitte Zeh)
Besetzung: Daniel Tretschok (Lars Eidinger), Hauptkommissarin Martina Schönfeld (Katja Bürkle), Mirko Klingspohn (Sven Pippig), Christian Brenner (Lars Rudolph), Birgit Tretschok (Judith Engel), Kapitän Stauer (Gerhard Piske), Bettina Frommelt (Buenaventura Braunstein), Tierärztin (Stephanie Kämmer), Andrea May (Rita Winkelmann), Opernsängerin Sarah Sanders (sowie Anette Kreßling, Carlo Böhler)
Drehbuch: Jürgen Werner; Regie: Lars Montag

Die Kommissarin gerät ins Visier eines Frauenmörders, der seine Hinrichtungen inszeniert. Plastisch und plump wird gezeigt, wie er seine Opfer zu Kokons verpackt. Kopper trifft bei den Ermittlungen auf eine alte Bett-Bekanntschaft aus Mannheim, wo der Mörder vor einigen Jahren auch tätig war. Dazu wird “Ein deutsches Requiem” von Johannes Brahms gespielt.

Wer ist der Täter? »

Der Täter ist schon im Vorspann zu sehen. Der Schiffsdisponent Mirko Klingspohn hatte eine dominante Mutter, die ihn zuhause an der kurzen Leine hielt und zu Gesangsabenden einlud. Er arbeitet sich zum deutschen Reqiuem an seiner Vergangenheit ab.

Zu Lena Odenthals 50. Fall, der streng genommen ihr 51. Auftritt am Tatort war, denn sie war auch schon zu Besuch in München, gab’s viel Plastikfolie und Psycho. Der Autor Jürgen Werner wollte sich wohl an “Das Schweigen der Lämmer” anlehnen. Herausgekommen ist viel mehr ein schlechter Horror, bei dem im Vergleich zu diesem Tatort “Im Land der Raketenwürmer” als Autorenfilm daherkommt. Ein unglaublich schlechter Schocker. NIcht nur ür ein Jubiläum ist “Hauch des Todes” beschämend. Jemand, der vor allem Drehbücher für Vorabend-Schmonzetten wie das “Forsthaus Falkenau” schreibt, ist ein Tatort vielleicht eine Nummer zu groß. Das hat Leipziger Niveau.
(1,5/10)

Anhang
Hintergrund: Tatort-Fundus, SWR
Meinungen: Tittelbach.tv, Tatort-Forum

Jede Menge Drecksarbeit – Bussi, Baba!

767. Tatort: Operation Hiob (ORF/RBB; EA: 04.07.2010)

Ermittler: Sonderermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer), Bernhard Weiler (Heribert Sasse), Ernst Rauter (Hubert Kramar)
Besetzung: Claudia Eisner (Sarah Tkotsch), Dr. Faton Ziu [ehemaliger Geheimdienst-Agent] (Kasem Hoxha), Robert Kovar [Kriminalbeamter] (Jürgen Maurer), Roland Petritsch [Leiter der Spurensicherung] (Christian Dolezal), Herbert Czermak [Leiter der "Operation Hiob"] (Nicholas Ofczarek), Niko Leshi (Arben Murseli), Luca Conti (Astrit Alihajdaraj), Ninko (Eugen Pirvu), Boris Soslanovic (Peter Karolyi), Nemetz (Max Gruber), Frau Seidler (Darina Dujmic), Polizist (Robert Notsch), Janko Mikulits (Alexander Levit), Frani Gala (Christian Pogats), Vlamir Nano (Marcus Thill)
Drehbuch: Max Gruber; Regie: Nikoklaus Leytner

Nach dem Mord an zwei Hiwis und den Finanzchef der Intercomp wird Chefinspektor Eisner der “Operation Hiob”, einer Sonderkommission, zugeteilt. Die Intercomp im- und exportiert Waschmaschinen und Kühlschränke, verdient ihr Geld aber mit dem großflächigen Handel von Heroin. Hinter dem Mord wird ein konkurrierendes Drogenkartell vermutet. Eisner soll den Mord aufklären und mithelfen, die Intercomp auszuhebeln. Seine Rolle in der BKA-Kommission ist klar umrissen; er soll nur Hilfsdienste leisten: “Unser Kaffee – unsere Regeln”, gibt der Leiter Czermak dem Inspektor zu verstehen. Er soll den in die Organisation eingeschleusten V-Mann mit Erkenntnissen Füttern, die Faton Ziu, den Kopf der Bande dazu animieren soll, leichtsinnig zu werden.

“Jede Menge Dreckarbeit” (Weiler) wartet auf Eisner und seinen Assistenten. Die als Angestellte von der Müllabfuhr verkleideten Mörder hinterlassen wenig Verwertbares: die DNA von 27 Zigarettenstummel muss untersucht werden.
Unterdessen bekommt er neuen Kühlschrank zweiter Wahl (“Wir haben alle kleine Kratzer.”); seine Tochter Claudia gerät dank einer gezielt gestreuten Indiskretion über ihre kurze Drogenvergangenheit in die Fänge der Intercomp. Mit der vor allem moralischen Unterstützung gelingt es Eisner, zumindest den Mord aufzuklären und seine Tochter unbescholten wieder Empfang zu nehmen. “Bussi, Baba”, sagt Weiler und geht in Pension.

Wer ist der Täter? »

Eisner kann das Drogenkartell nicht ausheben, weil Dr. Ziu herausfindet, woher der V-Mann seine Informationen hat. Als Czermak und Eisner in Bratislava die “Operation Hiob” erfolgreich zum Abschluss bringen wollen, müssen sie feststellen, daß Ziu wieder schlauer war. “special box No. 18″ ist sauber, und Eisner bleibt nichts als die Wut auf seinen Vorgesetzten Rauter, der als Mittel zum Zweck Claudias Drogenvergangenheit weitergegeben hat.

Auch nach 12 Jahren nehme ich Harald Krassnitzer den Inspektor immer noch nicht recht ab. Diesmal war er allerdings wirklich überzeugend. Dazu gesellten sich hervorragende MItspieler. Heribert Sasse als unmittelbar vor der Pension stehender Assistent war eine Augenweide, ebenso Nichoals Ofcharek als arroganter und dennoch abhängiger Leiter der “Operation Hiob”. Gezeigt wurde eine Geschichte, die nicht ganz rund war, aber bis zum Schluss nichts von ihrer Spannung verlor. Ja, man kann auch mal eine private Verquickung unterbringen, ohne daß es vollkommen unglaubwürdig oder langweilig wird. Die kurze Drogenvergangenheit Eisners Tochter ist ein ein dramaturgischer Kniff, der seine Rolle in dieser Sonderkommission nach außen glaubwürdiger macht. “Operation Hiob” bot vor allem eine Menge Dialekt: jede Menge Schmäh und die Akzente osteuropäischer Verdächtiger. Und es wurde viel geraucht. Das darf man heute wohl auch nur noch in österreichischen Produktionen zeigen.
Ärgerlich ist, daß dieser Tatort mitten in der Sommerpause gezeigt wurde, als die Fußball-Weltmeisterschaft gerade die Viertelfinalspiele hinter sich gebracht hatte. Denn es war nach langem wieder eine gute Folge dieser ansonsten heuer behäbigen Reihe.
(7,5/10)

Anhang
Hintergrund: Tatort-Fundus
Meinungen: Fielitz, Tittelbach.tv, Tatort-Forum

(Bildausschnitte: rbb/ORF/Satel Film/Petro Domenigg)

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